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Vorab der große Zeitungsartikel der Frankfurter Neuen Presse

 

Hier kommen Küken groß raus

Allerlei Hühnerrassen sind heute und morgen am Frankfurter Berg zu sehen

Einmal im Jahr piept es besonders im Geflügelzuchtverein Frankfurter Berg – die Küken sind geschlüpft. Heute und morgen präsentiert sich der Nachwuchs dem Publikum. FNP-Mitarbeiterin Julia Rösch wirft einen Blick hinter die Kulissen.

Frankfurter Berg. Erst zwei Tage ist das kleine New-Hampshire-Küken alt, das sich in den Händen von Sabine Schuldt regt. Auch dieses Nachwuchs-Hühnchen ist zu sehen, wenn der Geflügelzuchtverein 1946 am Frankfurter Berg heute und morgen zur Kükenschau bittet.	Foto: Martin WeisErst zwei Tage ist das kleine New-Hampshire-Küken alt, das sich in den Händen von Sabine Schuldt regt. Auch dieses Nachwuchs-Hühnchen ist zu sehen, wenn der Geflügelzuchtverein 1946 am Frankfurter Berg heute und morgen zur Kükenschau bittet. Foto: Martin WeisIn den Händen von Sabine Schuldt regt sich junges Leben. Erst zwei Tage ist das kleine New-Hampshire-Küken alt. Aus winzigen schwarzen Knopfaugen blickt es sich im Vereinssaal des Geflügelzuchtvereins Frankfurter Berg um, reckt den flaumbedeckten Hals, sticht keck mit dem Schnabel in die Luft, mit dem es sich vor kurzem durch die Eierschale ans Licht gekämpft hat. Schuldt, Vereinsmitglied und Jugendwartin, spitzt die Lippen, streicht mit dem Finger über den Rücken und die Flügel, die kaum so groß sind wir ihr kleiner Finger.

Jedes Jahr im Frühling sind die Küken die großen Stars des Vereins. Heute und morgen werden sie dem Publikum präsentiert; die Kükenschau steht wieder an. Rund 150 flauschige Mini-Hühner, -enten und -gänse, Vertreter von 13 Rassen, warten. "Die Kükenschau ist der Renner bei Familien", weiß Schuldt und bringt das New-Hampshire-Küken vorsichtig zurück zu seinen Artgenossen.

Der Vereinssaal avanciert an diesem Wochenende zur bunten Kinderstube. Es riecht nach Stroh und dem Körner-Mais-Gemisch, das die jungen Tiere zu fressen bekommen. Hinter den Tischen mit den bunten Servietten stehen Käfige, in der Mitte thront ein Schaubrutkasten. Unter einer Rotlichtlampe, bei 37,5 Grad, werden hier am Wochenende live Küken schlüpfen.

 

Frost hat geschadet

Sabine Schuldt verschwindet im Nebenraum, öffnet einen klotzigen Kasten. "Hier drinnen wird ausgebrütet – damit schaffen wir mehr als ein Huhn", sagt sie und deutet ins Innere. Auf mehreren Paletten sind sie aufgereiht: kleine gefleckte Wachteleier, braune und weiße Hühnereier. Schuldt nimmt eines in die Hand; es ist rundherum angepickt. Ein paar Küken haben es schon geschafft. Der nasse Flaum klebt an ihrem Körper, etwas schwach wirken sie noch: "Das sind Zwergitaliener." Schuldt zeigt auf bräunliche Vögelchen, die schwach fiepen, und dann auf hellere daneben: "Und das Zwerg-Rhodeländer. Nebenan haben wir auch ein Gänseküken. Es ist allein – der späte, harte Frost Anfang des Jahres hat uns viele Eier gekostet."

Das sind Sorgen, an die kaum ein Außenstehender beim Stichwort Rassegeflügelzucht denkt. Dabei gehört viel mehr zu diesem Hobby, als sich ein Suppenhuhn zu ziehen. "Das steht nun wirklich an letzter Stelle. Es geht uns um die Schönheit der Tiere und darum, den Fortbestand von Rassen zu sichern – viele stehen auf der Roten Liste", sagt Wolfgang Ahlemann, Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter Frankfurt. Insgesamt 34 Vereine mit 26 Anlagen gehören dazu, auf denen 1380 Mitglieder rund 5000 Stück Federvieh versorgen.

Ahlemann ist mit der Statistik zufrieden. Die Mitgliederzahlen bleiben seit einigen Jahren konstant, die Schauen sind gut besucht. Und auch Nachwuchs kann sich dafür begeistern. Fünf junge Züchter arbeiten sich gerade stadtweit in die hohe Kunst der Rassestandards, der geölten Kämme und glänzenden Gefieder ein. "Das Hobby ist eben sehr kostenaufwendig", erklärt Ahlemann diese Zahl. "Die Futterpreise sind explodiert. Hinzu kommen Kosten für Impfstoffe, Strom – so eine Rotlichtleuchte beispielsweise hat 150 Watt und brennt Tag und Nacht – und Pacht. Und dann darf man den zeitlichen Aufwand nicht vergessen. Mindestens einmal pro Tag muss man bei den Tieren vorbeischauen. Das sind alles Voraussetzungen, die Jugendliche allein kaum stemmen könnten."

Sabine Schuldt hat das nicht abgeschreckt – obwohl sie nicht mit dem Hobby aufgewachsen ist. Ihr Vater legte sich erst 1982 eine der 500-Quadratmeter-Parzellen zu, die Tochter folgte zwei Jahre später mit ihrem Ehemann. Seitdem züchtet die Bornheimerin Rassen mit wohlklingenden Namen wie Zwerg-Dresdner, Zwerg-Welsunger, Warzen- und Zwergenenten. "Man ist in der Natur", beschreibt sie ihre Faszination, "und man sieht ein Lebewesen aufwachsen."

 

Geduld notwendig

Dazu braucht man Geduld. Die Zuchthühner sind lange nicht so legefreudig wie Hennen in Legebatterien; von ihnen bekommen die Halter etwa zehn Eier im Jahr. Die Brutzeit dauert 21 Tage. Sind die Küken geschlüpft und haben das Gröbste hinter sich, bekommen sie mit drei Monaten einen Ring und dürfen nach draußen, sobald das Gefieder dicht genug ist. "Dann zeigt sich auch, ob sie die gewünschte Zeichnung haben und für Schauen geeignet sind", erklärt Schuldt.

Drei Richter bewerten auf solchen Schauen, ob und wie gut die Tiere die Rassestandards erfüllen. Dafür müssen sie lernen, hinter Gittern eine Weile ruhig zu bleiben, "sonst laufen sie auf den Veranstaltungen nur aufgeregt im Käfig umher". Wer durchs Raster fällt, kommt aber noch lang nicht in den Kochtopf. Hennen dürfen weiterhin Eier legen – Gänseeier machen den Teig besonders locker. Und viele Hobbygärtner freuen sich über ein Huhn, das bei ihnen nach Würmern pickt. Auch ohne perfekten Kamm und tadelloses Gefieder.

Die Küken kann man heute und morgen von 10 bis 17 Uhr in der Vereinsanlage im verlängerten Ginsterweg bewundern.

 

Artikel vom 17. März 2012, 03.21 Uhr (letzte Änderung 17. März 2012, 05.01 Uhr)

 

 

 

Bilder von unserem Samstag

 

Unsere Kinderschminkerin Sarah, ganz großes Lob von allen!!!

 

Großer Andrang in der Kükenecke

 

 

Unser Zuchtwart Helmut beim Küken zeigen

 

Unser Schaubrüter...das Gänschen ( unten rechts in der Ecke) hat es endlich geschafft

 

Die frisch geschlüpften

 

Unsere Heidi an der Kaffeebar

 

Unsere Männer Tibor und Timo haben Spaß bei der Arbeit

 

 

 

 


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